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Visum und Reisenews

Afrika & naher Osten:

Impfung gegen Poliomyelitis empfohlen



Betroffene Länder

Das Robert-Koch-Insititut (RKI), das Auswärtige Amt und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) raten aufgrund der in mehreren afrikanischen Ländern (Äquatorialguinea, Äthiopien, Kamerun, Kenia, Somalia) und im nahen Osten (Israel, Syrien, Afghanistan, Irak, Pakistan) in den letzten Jahren vermehrt auftretenden Fälle von Kinderlähmung (Poliomyelitis) zu einer Auffrischung des Impfschutzes vor Reisebeginn.

 

Die Erkrankung

Poliomyelitis wird durch Polioviren ausgelöst und durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, durch Geschlechtsverkehr, aber auch fäkal-oral durch Trinkwasser und verunreinigte Speisen übertragen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen kommt es zu Fieber, Halsschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Bei dreiviertel der Fälle heilt die Erkrankung von allein aus, bei anderen Erkrankten befallen die Viren dann die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks. Starkes Fieber, Nackensteifigkeit und Kopfschmerzen sind die Begleitsymptome. Einwandernde Immunzellen verursachen eine Entzündung der Hirnhaut und zerstören betroffene Nervenzellen. Dies führt zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod. Es existiert bislang keine Therapie.

 

Die Impfung

Die Polioimpfung ist Teil der öffentlichen Impfempfehlungen der STIKO (Ständigen Impfkommission), deren Kosten die deutschen Krankenkassen übernehmen. In Deutschland werden Kinder mehrfach grundimmunisiert, mindestens eine Impfung im Erwachsenenalter wird angeraten, zusätzlich soll geimpft werden, wenn ein Test einen geringen Immunschutz anzeigt. Die Impfung wird jedoch von den Ärzten auch ohne den Test durchgeführt. Oft reicht ein kurzer Gang mit dem Impfausweis ohne Voranmeldung zum Hausarzt oder Internisten. Der Impfstoff mit inaktivierten Viren (´Totimpfstoff´) lagert standardmäßig bei den meisten Ärzten im Kühlschrank. Ein kleiner Pieks und eventuelle leichte Schmerzen am Oberarm machen die Impfung zu einer erträglichen Aktion mit unschätzbarem Nutzen - und ist auch ohne Reisen in die betroffenen Länder anzuraten.

 

Schutz

Nichtgeimpfte Reisende in die betroffenen Gebiete sollten unbedingt die hygienischen Verhaltensweisen beachten. Da der Poliovirus nicht über eine Lipiddoppelhülle verfügt, ist er NICHT mit Seife u.a. Detergenzien abtötbar. Meiden Sie Schwimmbäder, unabgekochte Speisen (z.B. Obst, Gemüse, Muscheln oder Fisch), nahen Kontakt zu Menschen (z.B. in Verkehrsmitteln). Wenn Sie ein Desinfektionsmittel benutzen möchten, achten Sie darauf, daß es ´viruzid´ wirkt. ´Begrenzt viruzid´ betitelte Mittel wirken beim Poliovirus NICHT !  Unnütz angewandte Desinfektionsmittel führen zu unbehandelbaren Resistenzen ! Greifen Sie daher also nicht zum nächstbesten aus der Werbung bekannten Desinfektionsmittel, sondern lassen Sie sich vor Reiseantritt fachgerecht in der Apotheke beraten.